Trekkingnahrung aus dem Supermarkt: Was wir auf mehrtägigen Trekkingtouren wirklich essen

Wer mit uns auf Trekkingtour unterwegs ist, wird schnell eine Sache feststellen: Ich habe eigentlich ständig Hunger – oder zumindest Appetit.

Schon morgens freue ich mich auf das Frühstück, zwei Stunden später denke ich über den ersten Snack nach und spätestens beim Mittagessen überlege ich schon, was es abends geben könnte. Und ganz ehrlich: Schlechte Laune bekomme ich draußen vor allem dann, wenn ich Hunger habe.

Alle Lebensmittel für eine Trekkingtour erhältst du in einem gut sortierten Supermarkt
Wandererin im Freien macht eine Pause und hat Nudeln zubereitet

Das Schöne ist: In der Natur schmeckt sowieso alles besser. Ein einfacher Couscous mit ein paar getrockneten Tomaten und Parmesan ist nach einer achtzehn Kilometer langen Wanderung mit Gepäck auf dem Rücken mindestens Drei-Sterne-Küche.

In diesem Blog-Beitrag teilen wir mit euch unsere Erfahrungen zum Thema Trekkingverpflegung – erprobt in zahlreichen längeren und kürzeren Touren. Wir zeigen euch, wie ihr euch Trekkingnahrung aus dem Supermarkt selbst zusammenstellen und auf teure Spezialnahrung aus dem Outdoorladen verzichten könnt.

Trekkingnahrung aus dem Supermarkt ist nicht teuer

Wer zum ersten Mal eine mehrtägige Trekkingtour plant, landet schnell bei gefriergetrockneten Trekkingmenüs, die es im Outdoorladen oder online zu kaufen gibt. Die sind praktisch und oft auch lecker – aber sie sind auch ziemlich teuer.

Unsere Erfahrung: Die meisten Mahlzeiten lassen sich problemlos mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt zusammenstellen. Das spart Geld und bietet deutlich mehr Abwechslung.

Mit etwas Vorbereitung könnt ihr euch eure Lieblingsgerichte selbst zusammenstellen und portionsweise abpacken. Wer einen Dörrautomaten besitzt, kann sogar komplette Gerichte wie vegetarische Bolognese oder Curry selbst trocknen und für spätere Touren aufbewahren.

Worauf es bei Trekkingverpflegung aus dem Supermarkt ankommt

Bei der Auswahl unserer Lebensmittel aus dem Supermarkt für unsere Trekkingküche achten wir auf folgende Punkte:

  • leicht
  • haltbar bzw. nicht allzu leicht verderdlich
  • enthalten viele Kalorien
  • machen satt
  • lecker
  • geringes Packmaß (je kleiner das Packmaß, desto weniger Platz brauchen die Lebensmittel im Rucksack)
  • Nährstoffgehalt

Tatsächlich ist der Nährstoffgehalt für mich an dieser Stelle die unwichtigste Kategorie: Wenn ihr euch normalerweise ausgewogen und gesund ernährt, entsteht kein Nährstoffmangel, wenn ihr ein paar Tage von „Trockenfutter“ ernährt. Frische Tomaten oder Paprika mögen gesund sein, sind aber schwer, druckempfindlich und benötigen zusätzlichen Platz im Rucksack, weil ihr sie in der Regel extra verpacken müsst. Getrocknete Lebensmittel sind dagegen leicht, kompakt und halten monatelang. Wer mag, kann seine Trekkingmahlzeit – sofern ausreichend Kenntnisse vorhanden sind – auch um Wildkräuter, Beeren oder Pilze ergänzen.

Frühstück: Haferflocken sind der Klassiker

Wenn wir nur ein einziges Lebensmittel für eine Trekkingtour empfehlen dürften, wären es Haferflocken.

Sie sind günstig, leicht, lange haltbar, in jedem Supermarkt zu bekommen, unglaublich vielseitig und gesund. An warmen Tagen essen wir sie kalt als Müsli, an kalten Morgen kochen wir sie mit Wasser zu einem warmen Porridge auf.

Beim Frühstück kommen zu den Haferflocken je nach Lust und Laune:

  • Nüsse (Walnüsse, Haselnüsse, Cashewkerne, Mandeln oder Mandelblättchen, …) oder Kerne (Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Chiasamen, …)
  • Trockenfrüchte (etwa Rosinen, Apfel, Aprikosen, Mango, Ananas, Cranberries, …) oder Datteln
  • Gefriergetrocknetes Früchte (Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Banane, …) oder Fruchtpulver
  • Krokant
  • Bananen- oder Kokoschips, Kokosflocken
  • Kakaopulver, Kakao-Nibs, Schokodrops
  • Zimt, Vanille oder Vanillinzucker

Wer es cremiger mag, kann Milchpulver oder pflanzliches Milchpulver statt Waser für das Porridge oder das Müsli verwenden. Für kürzere Touren funktionieren sogar kleine Kaffeesahne-Portionen erstaunlich gut. Diese könnt ihr abzählen und bedarfsgerecht portionieren.

Tipp: Haferflocken funktionieren nicht nur süß. Gerade kernige Haferflocken schmecken auch herzhaft mit Gewürzen, Gemüse oder Käse. Sie dienen dann als Nudel- oder Couscous-Ersatz.

Brot, Wraps und Käse

Nicht jeder möchte morgens Müsli essen.

Knäckebrot oder Pumpernickel sind haltbare Alternativen, die sich gut mit Hartwurst (zum Beispiel Landjägern) oder Hartkäse als günstige Trekkingnahrung aus dem Supermarkt kombinieren lassen.

Geeignete Käsesorten sind zum Beispiel:

  • Parmesan
  • Grana Padano
  • Gruyère
  • alter Bergkäse
  • alter Gouda

Auch Wraps sind praktisch, weil sie wenig Platz benötigen und vielseitig belegt werden können.

Besonders gerne nehmen wir Erdnussbutter mit. Sie liefert viele Kalorien, hält lange satt und schmeckt auf Wraps oder Brot hervorragend.

Für etwas Abwechslung sorgen kleine vegetarische Brotaufstriche aus dem Bioladen. Sie sind in Portionspackungen erhältlich.

Warme Mahlzeiten mit wenig Brennstoff

Beim Trekking zählt nicht nur das Gewicht der Lebensmittel, sondern auch die Kochzeit. Je länger etwas kochen muss, desto mehr Gas oder Spiritus müsst ihr transportieren.

Unsere Favoriten für warme Mahlzeiten sind deshalb:

  • Couscous
  • kleine Suppennudeln
  • dünne Spaghetti
  • rote Linsen
  • Kartoffelpüree
  • Zweiminutennudeln

Viele dieser Lebensmittel müssen nur wenige Minuten ziehen oder kochen.

Mit Fertigsuppen oder Tütensoßen lassen sie sich ganz einfach würzen. Dazu kommen getrocknete Tomaten, Parmesan, Röstzwiebeln oder gefriergetrocknetes Gemüse – fertig ist ein richtig leckeres Abendessen.

Getrocknete Pilze sorgen ebenfalls für viel Geschmack und benötigen kaum Platz im Rucksack.

Vegetarierinnen und Vegetarier können außerdem getrocknetes Sojagranulat oder Veggie-Hack verwenden, das sich hervorragend für Pasta oder Couscousgerichte eignet.

Italienischer Couscous

Das ist eines unserer Lieblingsrezepte für Trekkingtouren. Alle Zutaten dafür erhaltet ihr in jedem größeren Supermarkt. Mischt Couscous, Röstzwiebeln, getrocknete Tomaten, italienische Kräuter, etwas Salz und Pfeffer und getrockene Tomaten. Kocht Wasser auf, hebt den Couscous mit den Zutaten unter und lasst ihn dann noch etwas quellen. Hebt am Ende kleine Stücke Parmesan unter. Alle Zutaten bis auf den Parmesan könnt ihr zu Hause mischen und portionsweise beispielsweise in Gefrierbeutel abpacken.

Die Zutaten (für 1 Portion)

  • ca. 70 g Couscous
  • ca. 2 EL Röstzwiebeln
  • ca. 2 EL getrocknete Tomaten
  • ca. 1/2 TL italienische Kräuter (optional)
  • etwas Pfeffer und Salz (optional)
  • Parmesan (in kleine Stücke geschnitten)

Snacks für zwischendurch

Für einen Snack auf einer mehrtägigen Wandertour eignen sich viele Lebensmittel aus dem Supermarkt, mit denen ihr auch euer Müsli oder Porridge aufpeppen könnt (siehe oben), etwa Nüsse, Sonnenblumenkerne oder Datteln, oder eben ein Brot oder ein Wrap. Studentenfutter, Müsliriegel und Schokolade sind ebenfalls tolle Snacks. Achtung: Schokolade ist nur dann geeignetes Trekking-Food, wenn es nicht allzu heiß ist. Sie schmilzt euch sonst davon.

All diese Lebensmittel liefern viel Energie und lassen sich überall im Rucksack verstauen.

Tipp: Müsliriegel lassen sich einfach selbst herstellen. Ihr könnt die vielen Rezepte im Netz nach eurem Geschmack variieren. 

Kleine Extras der Trekkingküche für Genießer

Frau mit Stockbrot auf einer Trekkintour

Auch auf Trekkingtour muss niemand auf gutes Essen verzichten. Ein paar Tropfen Öl, sicher in einer kleinen Plastikflasche verpackt, machen viele Gerichte deutlich besser.

Wer experimentierfreudig ist, kann sogar Mehl, Trockenhefe und Salz mitnehmen und unterwegs Fladen- oder Stockbrot backen, sofern es die Gelegenheit gibt, Feuer zu machen.

Auch Trockenei-Pulver für Rührei oder Pfannkuchen ist eine spannende Option.

Wie viel Essen braucht man für eine Trekkingtour?

Plane ungefähr das ein, was du im Alltag isst – plus etwas mehr, da du dich ja viel bewegst.

Die Bewegung mit Rucksack macht hungrig. Du musst aber nicht die doppelte Menge einpacken. Entscheidend sind Streckenlänge, Höhenmeter und Rucksackgewicht. Für mich selbst (1,72 cm groß, 60 kg schwer) plane ich wie folgt:

  • Frühstück: ca. 75g Haferflocken + 25 g Nüsse, Samen, o.Ä.
  • Snacks: 50g Schokolade + 50g Trockenfrüchte + 50g Müsliriegel + 50g Nüsse
  • Abendessen: 225g Nudeln, Couscous o.Ä. + ca. 75g Tütensuppe oder getrocknetes Gemüse o.Ä. inkl. ein paar Gewürze

So komme ich auf ein Gesamtgewicht für Lebensmittel pro Tag von ca. 550g. Ich bin ein guter Esser. Viele andere kommen mit weniger aus.

Unser wichtigster Tipp: Schlepp nicht unnötig viel mit.

Gerade auf Trekkingtouren in Deutschland kommt man häufig an einem Supermarkt, einer Bäckerei oder sogar einer Tankstelle vorbei. Dort lassen sich Vorräte problemlos ergänzen.

Wie verpackt man die Lebensmittel am besten?

Am besten verpackst du die Lebensmittel portionsweise. Gut geeignet sind Plastikbeutel mit Zipp-Verschluss. Solche Beutel musst du noch nicht mal kaufen. Wenn du öfter mal Nüsse oder Trockenfrüchte in Zipp-Beuteln kaufst, kannst du diese Beutel auswaschen und weiterverwenden.

Der Vorteil an dieser Methode: Du kannst die Beutel einzeln in die Ecken im Rucksack stopfen, in denen noch Platz ist. Wenn mein Rucksack nicht allzu voll ist, packe ich auch gerne alle Lebensmittel einer Gruppe noch mal in einen größeren Packsack: Alles, was zum Frühstück gehört, kommt in einen Sack. Alle warmen Mahlzeiten kommen in einen anderen usw. So spart man sich leidiges Suchen.

Dos

  • Proviant realistisch planen: Wie viele Frühstücke, warme Mahlzeiten und Snacks werden wirklich gebraucht?
  • Nachkaufmöglichkeiten prüfen: Supermarkt, Bäckerei, Tankstelle oder Dorfladen können viel Gewicht sparen
  • Lebensmittel mit kurzer Garzeit wählen
  • Zutaten bei Bedarf vorher einweichen, z. B. Nudeln, um Kochzeit und Brennstoff zu sparen
  • Auf gutes Packmaß achten: Lebensmittel sollten wenig Platz brauchen und nicht zerdrückt werden
  • Gas oder Spiritus passend zur Tourdauer und Kochweise kalkulieren
  • Rezepte vorher testen, unbekannte Lebensmittel probieren

Don’ts

  • Leicht verderblichen Lebensmittel einpacken
  • Für alle (!) Eventualitäten Essen mitschleppen (du verhungerst nicht, wenn du ein oder zwei Tage weniger Kalorien zu dir nimmst, als du verbrauchst)
  • Lebensmittel einpacken, die Wasser enthalten (Beispiel: Konservendosen)
  • Empfindlichen Lebensmittel mitnehmen, die viel Schutzverpackung brauchen
  • Schwere und sperrige Verpackungen mitnehmen, etwa Glas
  • Für längere Touren für jeden Tag das gleiche einpacken: Die meisten freuen sich über Abwechslung.
Tipp: Gehe selbst einmal in Ruhe durch einen größeren Supermarkt und lass dich inspirieren. Du wirst dort viele Lebensmittel finden, die als Trekkingnahrung gut geeignet sind. 

Unser wichtigster Trekking-Tipp

Die beste Trekkingnahrung ist nicht die teuerste.

Sie ist die, auf die ihr euch nach einem langen Wandertag freut. Die euch satt macht, wenig Platz im Rucksack braucht und euch genug Energie für die nächsten Kilometer liefert.

Und glaubt uns: Draußen schmeckt selbst ein einfacher Couscous mit Parmesan manchmal besser als das aufwendigste Restaurantessen.

1 Kommentar zu „Trekkingnahrung aus dem Supermarkt“

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